Gesellschaft für Interlinguistik e.V. (GIL)

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IntBlog - das Interlinguistische Blog

Elektronische Fortsetzung der mit Nummer 100 eingestellten gedruckten Zeitschrift IntI (Interlinguistische Informationen, hier online verfügbar).

Im IntBlog informiert der Vorstand der GIL in unregelmäßigen Abständen über Neuigkeiten aus der der interlinguistischen Forschung und nahe stehenden Wissensgebieten.

Beiträge über und Hinweise auf Veranstaltungen, Neuerscheinungen, Personalia usw. sind willkommen, bitte senden Sie sie an Cyril Robert Brosch (kirilo81(at)gmail(dot)com).

 


 

Konferenz zu „umstrittenen“ Sprachen

Veröffentlicht von Cyril Brosch am May 06 2018
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Vom 2. bis 4. Mai 2018 fand an der Universität von Amsterdam eine Konferenz zu sog. contested languages statt. Darunter sind Sprachen mit geringem soziopolitischem Status zu verstehen (die üblicherweise als Regional-, Minderheiten, bedrohte oder einfach kleine Sprachen bezeichnet werden). Das Amsterdamer Treffen war bereits das dritte in einer Serie nach den Konferenzen in Bangor (Wales) (1st Conference on Contested Languages in the Old World, CLOW1, 2014) und Turin (Italien) (CLOW2, 2016). CLOW3 wurde von Prof. Federico Gobbo organisiert und geleitet, der an der Universität von Amsterdam einen Lehrstuhl für Interlinguistik innehat. Die Veranstaltung wurde von ca. 35 Personen besucht. Insgesamt wurden in 20 Vorträgen und 5 Postern Forschungsergebnisse zu 31 Sprachen vorgestellt. Den Plenarvortrag hielt Prof. Dr. Ulrich Ammon zum Thema „From dialects and languages to contested languages“. Esperanto wurde in den folgenden Beiträgen behandelt:

  • From above and from below, to the right and to the left: Exploring contested perspectives on language transmission within the Esperanto movement (Guilherme Fians, Manchester)
  • Language planning in a planned language community (Sabine Fiedler, Leipzig))
  • Coolification vs contestedness in the digital world: lessons learnt from Hollywood languages and Esperanto (Federico Gobbo, Amsterdam/Turin))
  • Identity and speakers of Esperanto as a contested language (Ida Stria, Warschau))
  • Mobility by means of a contested language: Esperanto as the working language in an educational NGO (Poster) (Sabine Fiedler & Cyril Brosch, Leipzig)

Die Beiträge haben verdeutlicht, dass Esperanto, das als Plansprache eine Sonderstellung innerhalb der „contested languages“ einnimmt, hinsichtlich seiner Akzeptanz neben einer Reihe von Parallelen natürlich auch Unterschiede zu Sprachen wie Sorbisch, Kvenisch, Luxemburgisch, Elsässisch, Bretonisch, Älvdalisch, Niederdeutsch, Ligurisch, Lettgallisch, Romani etc. aufweist. CLOW4 soll sich mit der Digitalisierung von kleinen Sprachen beschäftigen.

Sabine Fiedler

Zuletzt geändert am: May 06 2018 um 22:26

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